Heyho allerseits!
Ich muss ech jetzt mal von dem vergangenen Wochenende erzählen (welches für euch ja noch gar nicht wirklich vorbei ist, aber bei mir ist es in 20 Minuten Montag). Das war einfach der Hammer!
Die Woche war erstmal ziemlich stressig, ich war eigentlich nur am arbeiten. Wir hatten Inventur gemacht, und ich habe die meiste Zeit damit verbracht, irgendwelche Sachen zu zählen. Unglaublich, wieviel Ware in unsere kleinen Lager passt! Bis Mittwoch hat es auch fast durchgehend geregnet, aber ab Donnerstag war der Himmel dann auf einmal den ganzen Tag blau. Also wurde der Plan gefasst, übers Wochenende nach Da Nang zu fahren, und Yann zu besuchen, der da auch als Freiwilliger in einem Kinderheim arbeitet, und den wir mal zufällig in einer Bar in Hoi An getroffen haben.
Erstmal war aber Donnerstag nochmal Karaoke angesagt, weil die Inventur vorbei war. Nach einem richtig leckeren Essen mit Aal und Frosch ging es wieder bis 12 in die Karaokebar. Es war mal wieder der Hammer!
Am Freitag haben wir dann alle etwas früher mit der Arbeit Schluss gemacht, ich habe meiner Chefin gesagt, dass ich dieses Wochenende definitiv nicht arbeiten kann, und wir haben uns Motorroller geliehen.
Damit sind wir dann die 30km nach Norden gefahren. Flo und Lucas sind vorgefahren, um Yann schon mal zu treffen, ich bin dann mit Maria hinterher. Allein schon die Fahrt war traumhaft! Die ganze Strecke verlief am Meer, dass heißt rechts von uns war die Küste, links die Berge:
links:

rechts:


Wir sind über eine halbe Stunde gefahren, aber mir kam es vor wie höchstens 10 Minuten. Es war einfach ein unbeschreibliches Gefühl, zumal auch das Motorradfahren an sich tierisch Spaß macht.
Als wir dann in Da Nang angekommen waren hatten wr erstmal Hunger, und spätestens jetzt stellte sich bei mir das Gefühl von Urlaub ein: Wir haben uns in ein Straßencafee direkt am Strand gesetzt und einen Riesenteller mit Nudeln und frischen Meeresfrüchten gegessen.

Nach dem ausgiebigen Mahl haben wir uns mit den anderen getroffen, und auch Eike und Max waren mal wieder dabei. Nachdem wir uns auf die Mopeds verteilt hatten, ging es erstmal durch die Nacht. Einfach nur geil, die ganzen Lichter, Neonreklamen, Hochhäuser… Hoi An ist schon ein verschlafenes Kaff.


ach ja, was ich fast vergessen hatte: Das Hotel war grandios! Wir armen FSJler haben dem Yann natürlich gesagt, er solle das billigste organisieren. Das hat er dann auch gemacht! Wir haben für das Doppelzimmer 2 Euro pro Nacht gezahlt! Und dementsprechend sahen die Zimmer auch aus. Alles voll Schimmel, fieser Geruch, viel zu kleine Betten, keine Fenster, eine Toillette für alle, keine Bettwäsche. Ich glaube ich habe mich noch nie so wenig darauf gefreut ins Bett zu gehen.
Die Empfangshalle:

Die Gemächer; in dem Bett habe ich zusammen mit Flo geschlafen, und ich habe schon alleine kaum reingepasst…

Das Bad, für uns nur das Beste, Marmor und goldene Wasserhähne:

Die Nacht war dann auch dementsprechend mies, nicht nur dass ich Stunden gebraucht habe, um eine Position zu finden, in der ich nicht irgendwo angestoßen bin und Flo mir regelmäßig die Hand ins Gesicht gehauen hat, ab ca. 3 Uhr hat dann ein reichlich übermotivierter Hahn wie bekloppt angefangen zu krähen, und ich konnte gar nicht mehr pennen.
Aber jetzt muss ich noch von dem Club erzählen, in dem wir vorher waren.
Der Laden hieß New Puong Dong, und dass war bisher eigentlich der beste Laden, in dem wir hier bisher waren, wenn es auch wenig Konkurrenz gab. Erstmal war das Teil riesengroß, da waren bestimmt 500 Leute drin. Das Publikum bestand natürlich ausschließlich aus Kindern sehr, sehr reicher Eltern, der größte Teil des Clubs wurde von Stehtischen eingenommen, und auf jedem stand mindestens eine Flasche Hennessy oder Remy Martin, die mal eben 2 Millionen Dong gekostet hat. Soviel verdient mein Kollege im Monat! Überraschenderweise haben sich dann aber doch relativ viele Vietnamesen auf die Tanzfläche getraut, was normalerweise nicht so üblich ist. Da sind wir dann ganz gut abgegangen, was nur genervt hat waren die Wachmänner, die überall rumstanden. Da standen einfach überalll so Bruce Lee Verschnitte, die böse in die Gegend geguckt haben und die Gäste auf eventuelles Fehlverhalten aufmerksam gemacht haben. Da kann man doch nicht in Ruhe abfeiern!
Pünktlich um halb 1 war die Party dann auch vorbei, schon eine Stunde vorher sah es aus wie bei uns in Bonn um 6 Uhr morgens. Die haben echt einen komischen Feierrythmus drauf hier.
Hier eine Foto von der Disco, in der man natürlich nicht fotografieren darf, worauf wir dann auch freundlich hingewiesen wurden.

Der nächste Tag begann erstmal damit, dass wir Yann in seinem Kinderheim besucht haben. Das ist von Franzosen gegründet worden und kümmert sich um Straßenkinder. Die wohnen dann da und kriegen Essen und Unterricht. Dort haben wir erstmal gefrühstückt, Reis und Fisch
Dann haben wir noch nen Kaffee getrunken, und dann ging es ab ans Meer. Der Strand von Da Nang ist einfach traumhaft, mit den Bergen im Hintergrund und dem blauen Wasser:

Wir haben dann das gemacht, worauf ich mich die ganze Zeit schon gefreut hatte: Surfen! Die Wellen waren zwar alles andere als hoch, aber für uns blutige Anfänger war das genau richtig.
Yann erklärt Max die Theorie:

Ich versuche sie anzuwenden:

Auch wenn ich mich alles in allem nicht mit Ruhm bekleckert hab, gab es doch das ein oder andere Erfolgserlebniss, das dafür gesorgt hat, dass wir das in Zukunft öfter machen wollen.

Nachdem unsere Bäuche komplett wund waren von den rauhen Brettern und wir alle nur noch raus aus dem Salzwasser wollten, sind wir shoppen gefahren. Hier gibt es eine Metro!! Mitten in der Kommunistischen Volksrepublik Vietnam! Wir also rein und erstmal dem Konsum gefröhnt. Snickers, Gouda, Croissants! Ich wollte eigentlich nichts ausgeben, da Da Nang schon teuer genug ist, aber als ich dann in ein Regal einbog, konnte ich nicht anders: Ein Basketball! Und auch noch ein richtig guter! Seit fast 2 Monaten hatte ich keinen mehr in der Hand, das wird meine Lebensqualität in Hoi An auf jeden Fall erhöhen.
Nach der Metro wollten wir noch ins Big C, die große Shopping Mall. Die anderen waren schon vorgefahren und ich und Maria sind dann hinterher. Mit 6 Uhr abends hatten wir uns aber die denkbar schlechteste Zeit ausgesucht, um durch die Innestadt zu fahren. Es war der reinste Stress! an jeder Kreuzung musste man sich durch ein Gewirr von Rollern schlängeln, die von allen Seiten kamen. Statt das wie bei uns die beiden Straßen einer Kreuzung nacheinander fahren, fahren hier alle fröhlich aufeinander zu. Mit Autos würde das eine Massenkarambolage geben, aber die kleinen Mopeds suchen sich dann immer einen Weg. Da muss man echt Nerven haben und einfach mal Gas geben, sonst bleibt man die ganze Nacht an der ersten Kreuzung stecken. Das war das erste Mal dass ich den vietnamesischen Verkehr aktiv erlebt habe, und das war psychisch richtig anstrengend. Hinzu kam auch noch, dass wir uns verfahren haben!
Das Big C war dann auch nichts besonderes, außer dass wir rausgefunden haben, dass es da ein Kino gibt, wo wir bald noch mal hinfahren wollen.
Den Abend habe wir am Strand ausklingen lassen, und zwar an dem einzig unbeleuchteten Teil, wo es dann auch prompt von knutschenden Pärchen wimmelte, und wo sich eine richtige Industrie entwickelt hat: Das Parken am Strand hat einfach mal 3000 Dong gekostet, obwohl da einfach nur son Typ saß und das Geld kassiert hat. Tagsüber saß der da noch nicht. Außerdem gab es einen Strandkorbverleih, den es, als die Sonne noch geschienen hat, auch noch nicht gab.
Yann hat sogar versucht, ein Lagerfeuer zu machen, was allerdings gescheitert ist. Ist ja so auch schon hippiesk genug…

Später bin ich auch noch alleine am beleuchteten Strand entlanggelaufen, wo die Wellen weiß angestrahlt waren. Das war auch ein einmaliges Gefühl.
Am nächsten Tag sind wir dann gegen Mittag zurückgefahren. Dieses geniale Wochenende hat in mir den Wunsch geweckt, mir ein eigenes Motorbike zu kaufen. Für uns war es das erste Mal, dass wir aus Hoi An rausgekommen sind. Eike und Max fahren jedes mal irgendwohin mit ihrem Bike. Und auf Dauer ist mieten auch zu teuer.
So, jetzt muss ich erstmal arbeiten gehen (ich habe den artikel in 2 Etappen geschrieben, weil ich gestern zu müde war), mal sehen was die Woche so bringt.
Machts gut,
Patrick