2 Wochen Blogabstinenz…

20 11 2008

…sind jetzt vorbei!

Ich habe lange nicht mehr geschrieben, ich weiß, aber es ist auch nicht viel neues passiert.

Ich arbeite jetzt endlich nicht mehr im Verkauf, das machen jetzt die 2 neuen Freiwilligen, Johanna und Esther. Dafür sitze ich jetzt meistens bei Mr Binh zuhause am PC und recherchiere für unseren Onlinestore, bisher leider ohne konkretes Ergebnis. Hauptsächlich versuche ich, Zahlungs und Shippingmethoden zu finden, was aber ziemlich schwierig ist, weil wir nunmal nicht in New York, sondern in Hoi An sitzen. Ich finde es mittlerweile etwas frustrierend, weil so gar nix bei rumkommt, aber mein Chef sieht das sehr locker. Sein Standardsatz ist “We have to learn about that”, was dann bdeutet, dass ich wieder 10 Seiten Worddokumente durchforsten darf. Das ist aber auch die vietnamesische Arbeitseinstellung, die nict so viel Wert auf Effizienz legt, hier darf ein Arbeitsvorgang ruhig mal etwas länger dauern. Die Häuser, die hier zum Beispiel gebaut werden, scheinen sich überhaupt nicht zu verändern. Wenn man das mit der Geschwindigkeit vergleicht, mit der in Bonn die Gebäude hochgezogen werden.

Man muss dann halt nur aufpassen, dass man selber nicht in so eine Chill-Einstellung gerät, weil am Ende wird natürlich schon ein fertiger Onlinestore von mir erwartet.

Das Wetter ist zur Zeit sehr durchwachsen, das Wochenende war auf einer Skala von eins bis geil sehr geil! Wir haben den kompletten Sonntag am Strand verbracht, und ich habe mit 20 Vietnamesen und 3 Engländern Fußball im Sand gespielt. Daran sieht man halt, dass in Hoi An der Massentourismus noch nicht so Einzug gehalten hat: Hier finden sich nicht die Touris zum Kicken zusammen, sondern die Vietnamesen spielen und wir dürfen mitspielen. Sehr cool! (Zumal die teilweise noch schlechter sind als ich)

strand

Seit Montag war dann aber Dauerregen angesagt, das war echt nervig, man wusste überhaupt nicht, was man machen soll. Ich habe meine freie Zeit meistens in meinem Zimmer verbracht, ua mit Podcasts gucken. Es ist schon irre, wie der mediale Fortschritt unsere Welt verkleinert: Ich kann mir jeden Morgen auf meinem iPod die Tagesschau vom Vorabend angucken! Sehr coole Sache.

Der Regen hat dann heute Mittag dazu geführt, dass ich einen Anruf von Quyen, meiner Chefin, bekommen habe, ich solle bitte in den Laden kommen, der müsse leer geräumt werden. Dorthin zu kommen war allerdings gar nicht so leicht, weil schon die ganzen Straßen unter Wasser standen. Ich musste mir dann tatsächlich ein Boot nehmen! Hätte ich auch nicht gedacht, dass es noch einmal zu solch einer Flut kommt, ich dachte wir hätten das Gröbste überstanden.

flood

Das kleine Ömschen hat mich dann durch die Straßen gepaddelt, und als wir dann auf den eigentlichen Fluß (s. unten) zufuhren, wurde mir etwas mulmig zu Mute. Sie hat es dann aber doch heil ans Ziel geschafft.

hoianriver

Morgen habe ich den ganzen Tag frei, weil wir hohen Besuch bekommen: Der Chef vom DED komtm aus Bonn, und guckt sich unsere Projekte an. Blöd nur, dass alles unter Wasser steht :-D Aber das Mittagessen und das Abendessen kriegen wir hoffentlich trotzdem…

So, jetzt ist es dann auch schon 2, ich geh mal ins Bett.

Tam biet,

Patrick





3 Tage Urlaub in Da Nang

3 11 2008

Heyho allerseits!

Ich muss ech jetzt mal von dem vergangenen Wochenende erzählen (welches für euch ja noch gar nicht wirklich vorbei ist, aber bei mir ist es in 20 Minuten Montag). Das war einfach der Hammer!

Die Woche war erstmal ziemlich stressig, ich war eigentlich nur am arbeiten. Wir hatten Inventur gemacht, und ich habe die meiste Zeit damit verbracht, irgendwelche Sachen zu zählen. Unglaublich, wieviel Ware in unsere kleinen Lager passt! Bis Mittwoch hat es auch fast durchgehend geregnet, aber ab Donnerstag war der Himmel dann auf einmal den ganzen Tag blau. Also wurde der Plan gefasst, übers Wochenende nach Da Nang zu fahren, und Yann zu besuchen, der da auch als Freiwilliger in einem Kinderheim arbeitet, und den wir mal zufällig in einer Bar in Hoi An getroffen haben.

Erstmal war aber Donnerstag nochmal Karaoke angesagt, weil die Inventur vorbei war. Nach einem richtig leckeren Essen mit Aal und Frosch ging es wieder bis 12 in die Karaokebar. Es war mal wieder der Hammer!

Am Freitag haben wir dann alle etwas früher mit der Arbeit Schluss gemacht, ich habe meiner Chefin gesagt, dass ich dieses Wochenende definitiv nicht arbeiten kann, und wir haben uns Motorroller geliehen.

Damit sind wir dann die 30km nach Norden gefahren. Flo und Lucas sind vorgefahren, um Yann schon mal zu treffen, ich bin dann mit Maria hinterher. Allein schon die Fahrt war traumhaft! Die ganze Strecke verlief am Meer, dass heißt rechts von uns war die Küste, links die Berge:

links:

rechts:

Wir sind über eine halbe Stunde gefahren, aber mir kam es vor wie höchstens 10 Minuten. Es war einfach ein unbeschreibliches Gefühl, zumal auch das Motorradfahren an sich tierisch Spaß macht.

Als wir dann in Da Nang angekommen waren hatten wr erstmal Hunger, und spätestens jetzt stellte sich bei mir das Gefühl von Urlaub ein: Wir haben uns in ein Straßencafee direkt am Strand gesetzt und einen Riesenteller mit Nudeln und frischen Meeresfrüchten gegessen.

Nach dem ausgiebigen Mahl haben wir uns mit den anderen getroffen, und auch Eike und Max waren mal wieder dabei. Nachdem wir uns auf die Mopeds verteilt hatten, ging es erstmal durch die Nacht. Einfach nur geil, die ganzen Lichter, Neonreklamen, Hochhäuser… Hoi An ist schon ein verschlafenes Kaff.

ach ja, was ich fast vergessen hatte: Das Hotel war grandios! Wir armen FSJler haben dem Yann natürlich gesagt, er solle das billigste organisieren. Das hat er dann auch gemacht! Wir haben für das Doppelzimmer 2 Euro pro Nacht gezahlt! Und dementsprechend sahen die Zimmer auch aus. Alles voll Schimmel, fieser Geruch, viel zu kleine Betten, keine Fenster, eine Toillette für alle, keine Bettwäsche. Ich glaube ich habe mich noch nie so wenig darauf gefreut ins Bett zu gehen.

Die Empfangshalle:

Die Gemächer; in dem Bett habe ich zusammen mit Flo geschlafen, und ich habe schon alleine kaum reingepasst…

Das Bad, für uns nur das Beste, Marmor und goldene Wasserhähne:

Die Nacht war dann auch dementsprechend mies, nicht nur dass ich Stunden gebraucht habe, um eine Position zu finden, in der ich nicht irgendwo angestoßen bin und Flo mir regelmäßig die Hand ins Gesicht gehauen hat, ab ca. 3 Uhr hat dann ein reichlich übermotivierter Hahn wie bekloppt angefangen zu krähen, und ich konnte gar nicht mehr pennen.

Aber jetzt muss ich noch von dem Club erzählen, in dem wir vorher waren.

Der Laden hieß New Puong Dong, und dass war bisher eigentlich der beste Laden, in dem wir hier bisher waren, wenn es auch wenig Konkurrenz gab. Erstmal war das Teil riesengroß, da waren bestimmt 500 Leute drin. Das Publikum bestand natürlich ausschließlich aus Kindern sehr, sehr reicher Eltern, der größte Teil des Clubs wurde von Stehtischen eingenommen, und auf jedem stand mindestens eine Flasche Hennessy oder Remy Martin, die mal eben 2 Millionen Dong gekostet hat. Soviel verdient mein Kollege im Monat! Überraschenderweise haben sich dann aber doch relativ viele Vietnamesen auf die Tanzfläche getraut, was normalerweise nicht so üblich ist. Da sind wir dann ganz gut abgegangen, was nur genervt hat waren die Wachmänner, die überall rumstanden. Da standen einfach überalll so Bruce Lee Verschnitte, die böse in die Gegend geguckt haben und die Gäste auf eventuelles Fehlverhalten aufmerksam gemacht haben. Da kann man doch nicht in Ruhe abfeiern!

Pünktlich um halb 1 war die Party dann auch vorbei, schon eine Stunde vorher sah es aus wie bei uns in Bonn um 6 Uhr morgens. Die haben echt einen komischen Feierrythmus drauf hier.

Hier eine Foto von der Disco, in der man natürlich nicht fotografieren darf, worauf wir dann auch freundlich hingewiesen wurden.

Der nächste Tag begann erstmal damit, dass wir Yann in seinem Kinderheim besucht haben. Das ist von Franzosen gegründet worden und kümmert sich um Straßenkinder. Die wohnen dann da und kriegen Essen und Unterricht. Dort haben wir erstmal gefrühstückt, Reis und Fisch :-)

Dann haben wir noch nen Kaffee getrunken, und dann ging es ab ans Meer. Der Strand von Da Nang ist einfach traumhaft, mit den Bergen im Hintergrund und dem blauen Wasser:

Wir haben dann das gemacht, worauf ich mich die ganze Zeit schon gefreut hatte: Surfen! Die Wellen waren zwar alles andere als hoch, aber für uns blutige Anfänger war das genau richtig.

Yann erklärt Max die Theorie:

Ich versuche sie anzuwenden:

Auch wenn ich mich alles in allem nicht mit Ruhm bekleckert hab, gab es doch das ein oder andere Erfolgserlebniss, das dafür gesorgt hat, dass wir das in Zukunft öfter machen wollen.

Nachdem unsere Bäuche komplett wund waren von den rauhen Brettern und wir alle nur noch raus aus dem Salzwasser wollten, sind wir shoppen gefahren. Hier gibt es eine Metro!! Mitten in der Kommunistischen Volksrepublik Vietnam! Wir also rein und erstmal dem Konsum gefröhnt. Snickers, Gouda, Croissants! Ich wollte eigentlich nichts ausgeben, da Da Nang schon teuer genug ist, aber als ich dann in ein Regal einbog, konnte ich nicht anders: Ein Basketball! Und auch noch ein richtig guter! Seit fast 2 Monaten hatte ich keinen mehr in der Hand, das wird meine Lebensqualität in Hoi An auf jeden Fall erhöhen.

Nach der Metro wollten wir noch ins Big C, die große Shopping Mall. Die anderen waren schon vorgefahren und ich und Maria sind dann hinterher. Mit 6 Uhr abends hatten wir uns aber die denkbar schlechteste Zeit ausgesucht, um durch die Innestadt zu fahren. Es war der reinste Stress! an jeder Kreuzung musste man sich durch ein Gewirr von Rollern schlängeln, die von allen Seiten kamen. Statt das wie bei uns die beiden Straßen einer Kreuzung nacheinander fahren, fahren hier alle fröhlich aufeinander zu. Mit Autos würde das eine Massenkarambolage geben, aber die kleinen Mopeds suchen sich dann immer einen Weg. Da muss man echt Nerven haben und einfach mal Gas geben, sonst bleibt man die ganze Nacht an der ersten Kreuzung stecken. Das war das erste Mal dass ich den vietnamesischen Verkehr aktiv erlebt habe, und das war psychisch richtig anstrengend. Hinzu kam auch noch, dass wir uns verfahren haben!

Das Big C war dann auch nichts besonderes, außer dass wir rausgefunden haben, dass es da ein Kino gibt, wo wir bald noch mal hinfahren wollen.

Den Abend habe wir am Strand ausklingen lassen, und zwar an dem einzig unbeleuchteten Teil, wo es dann auch prompt von knutschenden Pärchen wimmelte, und wo sich eine richtige Industrie entwickelt hat: Das Parken am Strand hat einfach mal 3000 Dong gekostet, obwohl da einfach nur son Typ saß und das Geld kassiert hat. Tagsüber saß der da noch nicht. Außerdem gab es einen Strandkorbverleih, den es, als die Sonne noch geschienen hat, auch noch nicht gab.

Yann hat sogar versucht, ein Lagerfeuer zu machen, was allerdings gescheitert ist. Ist ja so auch schon hippiesk genug…

Später bin ich auch noch alleine am beleuchteten Strand entlanggelaufen, wo die Wellen weiß angestrahlt waren. Das war auch ein einmaliges Gefühl.

Am nächsten Tag sind wir dann gegen Mittag zurückgefahren. Dieses geniale Wochenende hat in mir den Wunsch geweckt, mir ein eigenes Motorbike zu kaufen. Für uns war es das erste Mal, dass wir aus Hoi An rausgekommen sind. Eike und Max fahren jedes mal irgendwohin mit ihrem Bike. Und auf Dauer ist mieten auch zu teuer.

So, jetzt muss ich erstmal arbeiten gehen (ich habe den artikel in 2 Etappen geschrieben, weil ich gestern zu müde war), mal sehen was die Woche so bringt.

Machts gut,

Patrick





Apocalypse Now

27 10 2008

Hi!

So, jetzt werde ich mal die letzten fast-2-Wochen zusammenfassen…

Also, erstmal bin ich zur Zeit ziemlich fertig, weil ich letzte Woche 7 Tage am Stück gearbeitet habe. Wie ich ja das letzte Mal schon erwähnt habe, arbeite ich seit ein par Wochen wie ein normaler Verkäufer im Laden, um mal zu sehen wie das eigentlich so funktioniert. Ich muss dann Kunden beraten, neue Ware einräumen, kassieren und so. Leider habe ich auch die gleichen Arbeitszeiten wie die vietnamesischen Kollegen, heißt: 48 Stundenwoche! Montag bis Freitag 8, am WE 11 Stunden! Vorletzten Sonntag und letzten Samstag musste ich arbeiten, deswegen komme ich jetzt auf 7 Tage hintereinander. Das ist schon echt ätzend, zumal die anderen natürlich dann alle frei hatten, und sicham Sonntag Motorräder gemietet haben und einfach mal nach Da Nang gefahren sind. Die lagen dann 4 Stunden am Strand, während ich in Reaching Out stand und nichts zu tun hatte, denn zu allem Überfluss haben wir auch noch ziemlich wenige Kunden zur Zeit.

Naja, so wie ich das verstanden habe, ist morgen mein letzter tag im Verkauf, danach kümmere ich mich wieder um die IT-Angelegenheiten. Dann werde ich auch auf meinem 2-Tages-Wochenende bestehen, weil so macht das gerade echt keinen Spaß.

Das Wochenende vom 17. bis zum 19. (das ist jetzt hier ein bisschen kompliziert mit den Zeitangaben, weil ich so lange nichts mehr gedroppt habe, aber ich hoffe ihr versteht mich) war dann aber doch noch ganz lustig: Und zwar hatte es ein paar tage lang dermaßen geregnet, dass Reaching Out überschwemmt wurde [Daher auch der zugegebenermaßen reißerische Titel, aber irgendwie muss man die Leute ja zum Lesen bewegen ;-) ]. Darum mussten wir Freitag alles ausräumen, dh in den ersten Stocktragen, Samstag war der Laden zu und Sonntag haben wir wieder alles ausgepackt und eingeräumt. Ich fand das tierisch lustig, ich bin sogar extra nochmal nach Hause gefahren, um meine Kamera zu holen. Die Kollegen konnten meine Begeiterung nicht so ganz teilen, für die ist das nervige Routine. Aber hier jetzt erstmal ein paar Pics:

Auf dem Weg zur Arbeit:

Vor Reaching Out. Da wo ich stehe ist eine Erhebung, wenn man die Straße in beide Richtungen weitergeht, versinkt man wesentlich tiefer… (Wäre vielleicht spektakulärer gewesen, das Foto da zu machen…)

Venedigstyle:

Der Zwischenhof zwischen Shop und Workshop:

Alles was nicht nach oben transportiert werden kann, wird kurzerhand festgbunden. Moderne Kunst, möchte man meinen…

Da entlang: die letzten Sachen aus dem Shop wie Schränke und Tische werden durch ein Loch in der Decke nach oben gereicht. Der große Deutsche war sicherlich hilfreich. Das links ist übrigens Dung (sprich “Jung”), mein Arbeitskollege im Shop, und die Frau ist Quyen, meine Chefin, die Frau von Mr Binh.

So, ich hoffe ihr habt einen Eindruck bekommen von der Überschwemmung. Mal sehen, wann das das nächste Mal passiert, zur Zeit schüttet es zwar in regelmäßigen Abständen, aber es fließt auch immer schnell wieder ab.

Ansonsten nervt die Regenzeit gerade wie nix zweites in Vietnam. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit schimmelt nämlich ALLES! Bücher, Klamotten, Rucksäcke, Koffer, Reisepässe, CDs, Handys, Kopfkissen, Wände. Da die Feuchtigkeit durch letztere hindurchzieht, wissen wir auch nicht so recht, was wir dagegen machen sollen. Anti-Schimmelspray scheint es hier nicht zu geben. Morgen werden wir uns mal mit der Vermieterin zusammensetzen und ihr vielleicht die ein oder andere Klimaanlage aus den Rippen leihern. Angeblich sollen die helen. Ein Luftenfeuchter kostet jedenfalls 200 Dollar.

Wat gibt dat noch zu erzählen? Ach ja, die neuen Freiwilligen sind letzte Woche gekommen. 3 Mädchen und ein Junge, wohnen in einem Haus ähnlich des unseren und machen alle einen ganz netten Eindruck. 2 der Mädchen werden mit mir bei Reaching Out arbeiten.

Der letzte Samstag ging dann mal richtig steil: Dung hatte Geburtstag, und nachdem wir um 20:30 den Laden zugemacht haben sind wir feiern gegangen, zusammen mit ca. 8 anderen Leuten von RO. Zwar waren Eike und Max aus Bach Ma und Yann aus Da Nang da, aber die Gelegenheit, mal mit ein paar Vietnamesen zu feiern wollte ich mir dann doch nicht entgehen lassen. Und es hat sich auch gelohnt, so einen Einblick in die fremde Kultur habe ich eigentlich noch nie so bewusst bekommen seit ich hier bin. Es ging los, indem wir alle zusammen in einem Restaurant der unteren Preiskategorie sassen und gegessen haben. Allein das war schon sehr interessant und neu. Es ging los mit einem Salat. Und wenn ich vorher dachte, dass ich mich langsam an die scharfe vietnamesische Küche gewöhnt hatte, wurdeich hier eines besseren belehrt. Das Zeug war dermaßen voller Chilli, dass ich nach dem ersten Bissen röchelnd und mit Tränen in den Augen kapituliert habe. Zum Glück haben die anderen das nicht als unhöflich empfunden, sondern sich nur königlich amüsiert über die Pfeife aus Europa.

Anders beim Trinken: Da musste ich mich an die Regeln halten. Das heißt, wenn einer trinkt, dann trinken alle. Ich hab am Anfang immer noch einfach nen Schluck genomme, wurde dann aber jedesmal darauf hingewiesen, dass das so nicht ginge. Wenn du trinken willst, musst du mit den anderen anstoßen, sagen wie viel aus dem Glas jetzt getrunken wird (20%, 50% oder gleich tram phan tram), dann grölen alle “Mot Hai Ba Yo!” (=”Eins Zwei Drei Yo!” Nicht besoders einfallsreich, ich weiß) und das Zeug wird runtergestürzt. Zum Glück sind wir bei Bier geblieben, denn der Reiswein, der hier auch gerne mal zu sich genommen wird, knallt richtig.

Das Bier wird übrigens auf eine Weise getrunken, die zumindest in Bayern wahrscheinlich eine berechtigte Todesstrafe nach sich ziehen würde: Man spart sich den Kühlschrank und kippt die lauwarme Plürre über einen großen Eiswürfel. Letzter löst sich bei den Temeraturen dann auch sehr schnell auf. Schmeckt Scheiße, hat aber den Vorteil, das der Alkoholgehalt nochmal geringer ist.

Das Essen ging dann, unterbrochen von “Mot Hai Ba Yo”-Gebrülle, fröhlich weiter, es gab eine Suppe mit Hühnerinnereien, hauptsächlich Leber!! Ich als großer Leberfan mütterlicherseits stand abermals vor dem Problem, das Essen nicht zu mögen. Zum Glück gibt es hier eine einfache Methode, sich der Knochen und des Knorpels zu entledigen: Ungenießbares wird einfach auf den Boden gespuckt, irgendwann kommt dann der Hund und frisst das. Ich habe dann einfach überdurchschnittlich viel als ungenießbar deklariert, und kam so um ein weiteres abgelehntes Essen drumrum.

Als Hauptgericht gab es dann zum Schluss eine weitere Suppe, diesmal mit dem Rest vom Huhn. Die war auch wirklich lecker, nur hätte mal jemand auf die Idee kommen sollen, dem Tier vor der Schlachtung was zu essen zu geben. Aber daran merkt man natürlich auch, dass die Leute hier nicht besonders viel Geld haben.

Nach dem Essen ging es dann weiter in die Karaokebar. Das ist hier auf jeden Fall das, was die jungen Leute hier am liebsten machen. Keine Party ohne Karaoke! Und zwar ist das dann nicht eine Bar, wo man sich vorne auf die Bühne stellt (so hatte ich mir das vorgestellt), sondern man mietet sich einen eigenen Raum. Da ist man dann unter sich, isst Obst und trinkt Bier. Es gibt 2 Mikros, dass heißt 2 Leute singen meistens zusammen. Dung wollte mit mir unbedingt von Bryan Adams “Everything I Do (I Do it for You)” singen. Er hatte das am Tag zuor mal im Laden gesummt, und ich habe mich darüber lustiggemacht, was die Vietnamesen für miese Musik aus dem Westen hören (Modern Talking und die Vengaboys stehen hier ganz hoch im Kurs).

Ich hab dann eingewilligt, und nach einigen Takten fiel mir auf, das ich das Lied bis auf den Refrain überhaupt nicht kenne. Ich habe mich dann da mehr schlecht als Recht durchgequält, und dann durfte ich mir ein Lied aussuchen. In Anlehnung an alte “Singstar”-Zeiten habe ich von den Scorpions “Wind of Change” genommen….. Später fiel mir auf, dass das hier wohl keiner kennt, also musste ich ganz alleine singen. Beim vietnamesischen Karaoke hat man auch keine Backup-vocals wie bei Singstar, dass heißt deine schiefen Töne kommen ungeschönt und erbarmungslos aus den Boxen. Als ich das dann hinter mir hatte, konnte es auch nicht mehr peinlicher werden und es wurde noch ein verdammt lustiger Abend mit “Smooth Criminal”, “Lithium” und “I Walk the Line”. Ein vietnamesisches Lied hatte eine ganz einfache Melodie, die mir auch irgendwie bekannt vorkam, und da hab ich dann ab der Mitte übernommen, und den Text ins Mirko genuschelt. Das kam richtig gut an, die Leute haben sich gar nicht mehr eingekriegt! Es war einfach ein übertrieben geiler Abend, ich hätte nicht gedacht, dass Viets so abgehen können!

Anfang November gibt es die Löhne, dann wird es wieder so eine Party geben, mit der gesamten Belegschaft. Ich freu mich jetzt schon drauf!

Das wars dann auch für heute, ich muss zwar morgen erst um 2 arbeiten, weil ich die Spätschicht hab, aber ein bisschen Schlaf wäre doch angebracht.

Machts gut,

Patrick





Mal wieder n Blogeintrag…

15 10 2008

Hey Leude!

Schreib ich mal wieder nen Blogeintrag hab ich mir gedacht, is ja auch lange genug her… Wir haben hier halt nur einen Internetanschluss, und da ist abends nie so vel Zeit, dass ich mal in Ruhe einen Eintrag schreiben könnte. Jetzt aber!

Erstmal: Das Wetter. Das will uns wirklich komplett verarschen, hab ich jetzt beschlossen. Vergangene Woche war den ganzen Tag strahlender Sonnenschein, während wir alle in diversen Büros rumsaßen, und erst rauskamen, wenn es fast schon dunkel war. Pünktlich am Freitag hat es dann angefangen zu regnen, und das ganze Wochenende über auch nicht aufgehört. Das hat bis Sonntag dann zu den ersten echten Überschwemmungen geführt. Am Montag hat es dann auch wieder aufgehört, und jetzt ist es seit 3 Tagen wieder trocken. Also, fair ist das nicht.

Wenigstens konnten Lucas und ich den Sonntag Abend dann zum “Katastrophentourismus” nutzen, das Wasser ist fast bis in meinen Laden reingelaufen, der Fischmarkt musste nach oben verlagert werden, und wir hatten natürlich nichts besseres zu tun als mit den Fahrrädern durch das knietiefe Wasser zu fahren. Sehr spaßig :-)

Einen Lichtblick gabs dann doch noch: Meine Sneakers waren endlich fertig. Nachdem ich fast täglich an den tausend Schustereien von Hoi An vorbeigefahren bin, hab ich mir mal für 12 (!) Euro ein Paar Nike Airs fälschen lassen. Sehen eigetnlich auch korekt aus, außer das auf der Sohle adidas steht ^^

Jag älskar Sverige!

Bei der Arbeit hat sich einiges verändert: Seit nunmehr anderthalb Wochen arbeite ich nicht mehr am Computer, sondern im Laden. Mr Binh meint, ich solle mir mal ansehen wie Reaching Out funktioniert, wer so unsere Zielgruppe ist und dieses Wissen soll ich dann einfließen lassen in das Design des Onlinestores. So ganz seh ich den Sinn darin zwar nicht, aber es ist auf jeden Fall mal ganz cool, ein bisschen mit Leuten zu tun zu haben und nicht nur vor dem Screen zu hocken. Leider gibt es nicht allzuviel zu tun, die Kunden kommen nur so vereinzelt rein. Mal sind 10 Touris auf einmal am Start, es kann aber auch sein, dass sich ne Stunde lang keiner blicken lässt. Zum Glück versehe ich mich mit dem einen Verkäufer ganz gut, Dung, ist erst 22 und hat nur einen funktionierenden Arm. Der hat mir jetzt die letzten Tage immer Vietnamesisch beigebracht, das ist ganz praktisch. Demnächst wollen wir mal zusammen in ne Karaokebar gehen…

Eine lustige Begebenheit habe ich gestern mitbekommen: Im Reiseführer hatte ich schon gelesen, dass der erste Kunde des Tages das Schicksal für den Verlauf vom Rest des Tages bestimmt. Dass die Vietnamesen das aber so ernst nehmen, hätte ich nicht gedacht: Meine Chefin hat sich früh morgens geweigert, einer Touristin ihre Ware umzutauschen. Sie sagte, entweder sie solle warten, bis ein anderer Kunde da war oder später wiederkommen, aber sie wolle sich nicht den Rest des Tages versauen. Die Kundin ist dann etwas verwirrt abgezogen.

So, jetzt muss ich auch schon wieder Schluss machen, weil wir heute essen gehen wollen. Ist glaube ich auch ganz gut. Gestern haben Lucas und ich bestimmt ne Stunde mit Krabben schälen verbracht (haha, ein Kilo kostet auf dem Markt 2 Euro, mein Paradies!) und vorgestern haben wir herausgefunden, dass Kartoffelpuffer sehr gut brennen, wenn man nicht auf sie aufpassst und dass angebranntes Apfelmus wie Bratapfel schmeckt.

Heute wollen wir mal wieder gechillt essen.

Bis dennsen,

Patrick





3 10 2008

…den Platz an dem sich meine Leute rumtreiben. ;-)

So, Wochenende! Die letzten Tage waren echt hart, ich soll irgendwie ein Forum für die Internetseite erstellen, und es klappt überhaupt nicht. Naja, Mr Binh meint es wär nicht so schlimm, und ich solle jetzt erstmal das Wochenende genießen und dann gehen wir das am Montag nochmal in aller Ruhe an. Ist schon sehr cool der Typ.

Klasse, jetzt ist gerade Stromausfall, dass heißt ich kann keine Bilder hochladen, wie ich es eigentlich vorhatte. Ich hoffe das geht gleich wieder. Die Stromausfälle hier in Hoi An sind sehr zahlreich, letztes Wochenende saßen wir in einer Bar, und da wurde es auf einmla stockfinster. Alle haben gejubelt und gelacht, und nach 20 Minuten ging es dann wieder. Manchmal fällt der Strom aber auch den ganzen Tag lang aus, Abends geht es dann meistens aber wieder. Deswegen wundert es mich auch, dass gerade jetzt das Licht weg ist…

Gestern habe ich eine sehr krasse Begegnung mit einem der unangenehmsten Einwohner Vietnams gemacht, und ich hab mich sooo geärgert dass ich keine Kamera dabei hatte. Ich sass im Computer Center vor dem PC, war irgendwas am Lesen, als ich auf einmal eine Bewegung auf dem Tisch wahrgenommen habe. Ich sehe hin, und eine grüne Schlange kriecht über die Kopfhörer, die da liegen und guckt mich an. Ich hab dann erstmal den PC-Assistenten gerufen um ihn zu fragen, ob die giftig ist, aber der konnte leider kein Englisch und hat sie mit einem Besen aus dem Fenster getrieben. Also auf die Viecher kann ich echt gut verzichten!

So, Strom ist wieder da, ich uploade jetzt mal n paar Bilder von der Gegend.

Der Blick von unserer Dachterrasse

Die typischen Touristenläden: Auf den ersten Blick hat man den Eindruc, ganz HA besteht nur aus Schneidereien und Schustereien. Aber letztere werde ich spätestens Montag mal ausprobieren: Dann lasse ich mir ein Paar “Nike” Air Max maßschneidern. Ich weiß nur noch nicht, ob in ganz weiß, in schwarz-rot-gold oder in blau-gelb… :-)

Blick auf den Fluß

Der Markt.. und es stinkt so bestialisch!!!





Regenzeit…

30 09 2008

Hallo!!

Hier gibt es eigentlich gar nicht viel neues, aber ich dachte, ich schreib trotzdem mal wieder…

Seit dem Wochenende hat wohl offiziell die Regenzeit angefangen. Das Wochenende über hat es eigentlich durchgeregnet, was meine Aktivitäten auf DVDs gucken und Gitarre spielen reduziert hat, am Montag war dann fast schon Land unter. Hoi An liegt ja fast auf Meereshöhe, und dann fließt auch noch ein Fluß, der An Hoi (einfallsreich, ne?), mitten durch die Altstadt, dass heißt in ein paar Tagen ist hier Venedig angesagt. Ich werde das aus erster Hand miterleben, da unser Shop wirklich direkt am An Hoi liegt. Hier mal ein paar Pics zur Veranschaulichung:

Zweite Tür rechts ist unser Laden, links der Fluß… DAs kann ja heiter werden.

Heute hatte ich fast den ganzen Nachmittag frei, weil die Leute von Reaching Out eine Besprechung hatten. Als ich dann um 4 da reinspaziert bin, haben sie gerade die Taktik für die Regenzeit besprochen und Mr Binh hat mich gefragt, ob ich zum Evakuierungsteam gehören möchte, sie könnten mich da gut gebrauchen. Das Spektakel lasse ich mir natürlich nicht entgehen! Was ich nicht verstanden habe ist, warum ich schwimmen können muss und warum wir Schwimmwesten tragen werden. Sollte man die Sachen nicht hochbringen, bevor das Wasser kommt???

Was man bei dem Wetter richtig merkt ist die Unebenheit der Straße. Gestern bin ich bei fast völliger Dunkelheit in eine Pfütze gefahren, und danach war ich bis zur Hose nass!

Die Straße vor unserem Haus, vorgestern:

Heute war dann komischerweise wieder strahlender Sonnenschein, und da ich so eine lange Mittagspause hatte, habe ich diese ganz allein am Strand verbracht :-)

Was gibts noch zu erzählen? Nicht viel eigentlich. Das Wochenende war ziemlich cool, wir waren wieder in der King-Kong-Bar. Das ist so geil, was man da für Leute trifft! Letztes Mal war da son Typ, der etwas geraucht hat, was definitiv keine normale Zigarette war, der war 60 Jahre alt, mit langen weißen Haaren, und der verbringt sein Retnerdasein in Südostasien, reist die ganze Zeit rum. Supercool! Jetzt am Freitag war da wieder ein Typ, der hier lebt, aus England, hat mit Software so viel Geld gemacht, dass er nie wieder arbeiten muss und lebt seither in Hoi An.

Wir haben auch noch andere deutsche Freiwillige getroffen, die sind aber nicht über weltwärts hier und müssen deshalb alles selber zahlen… Ganz schön scheiße.

ACh ja, das beste hätte ich fast vergessen: Flo und ich sind seit ein paar Wochen illegale Immigranten! Irgendetwas ist mit unseren Visa schiefgelaufen. Bei Flo hab ichs verstanden, da war es ein Zahlendreher und deswegen gilt das nur für einen Monat statt für ein Jahr. Bei mir hab ichs nicht ganz gecheckt, irgendwas mit meinem Einreisestempel ist da nicht richtig. Auf jeden Fall musste unsere Vermieterin uns bei der Polizei anmelden, und die haben da ziemlichen Stress gemacht. Die Vermieterin hat das dann so weit geklärt, und die Pässe sind schon auf dem Weg nach Deutschland, aber da merkt man mal wieder, was wir hier als Europäer für Privilegien genießen. Afrikaner in Deutschland mit der gleichen Situation würden wahrscheinlich erstmal im Abschiebeknast landen…

Der Verlust unserer Pässe bedeutet jetzt leider, dass wir Hoi An nicht verlassen dürfen (hier wird man sehr häufig nach dem Pass gefragt, und unsere Vermieterin hat den Polizisten auch versprochen, dass wir hierbleiben). Die nächsten Wochenenden werde wir zwangsläufig also hier verbringen, obwohl noch mindestens Bach ma, der Nationalpark, Da Nang, die größte Stadt hier in der Nähe und My Son, die Tempelanlage auf dem Plan stehen. Naja, wir haben ja noch ein bisschen Zeit. ;-)

So, das wars für heute, recht herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, auf Wiedersehen und Tschüß!





Eine Woche Hoi An

21 09 2008

Xin Chao!

Die erste Woche in Hoi An endet heute,  Zeit für ein kleines Resümee.

3 Arbeitstage hatte ich bisher, und es war schon ziemlich kompliziert, was da von mir verlangt wurde. So soll ich zum Beispiel ein Virtual Private Network aufbauen, was mir bisher noch nicht gelungen ist. Heute habe ich eine Art To-Do-List geschickt bekommen, die böses für die Zukunft ahnen lässt. Es gibt noch seeehr viel zu tun, und bei dem meisten habe ich keine Ahnung, wie ich da vorgehen soll. Aber das ist immer noch besser als die Situation bei den anderen Freiwilligen, die haben nämlich noch überhaupt nichts zu tun.

Am Dienstag haben wir uns Fahrräder gekauft, nach langer Suche haben wir beschlossen, etwas mehr zu investieren (60 Euro, höhö) und haben jetzt alle Mountainbikes, die uns zwar viel zu klein sind (vietnamesische Größe), dafür aber mit Federung, dicken Reifen und Gangschaltung versehen. Damit sind wir in Hoi An jetzt mobil, zur Arbeit brauche ich ca. 5 Minuten, an den Strand vielleicht 20. Ach ja, der Strand… So genial! Man ist fast unter sich, also es gibt zwar andere Touristn, aber as verteilt sich da ganz gut, so dass man auf jeden Fall seine Ruhe hat. Das einzige was nervt sind die Verkäuferinnen, die wirklich sehr penetrant sein können. Ich habe immer noch die Hoffnung, dass die Leute hier uns nach ein paar Monaten erkennen und dann nicht mehr versuchen uns irgendeinen überteuerten Touri-Scheiß zu verkaufen, sonst bin ich am Ende des Jahres ein Fall für den Psychiater.

Ansonsten ist der Strand aber echt genial, am Freitag hatte ich eine ziemlich lange Mittagspause, da bin ich da hingefahren, im Meer geschwommen und am Strand gelesen. Herrlüsch!

Das Wochenende war auch ganz cool, bis auf eine ziemlich schockierende Situation in dem Restaurant, in dem wir am Freitagabend gegessen haben: 15 sturzbetrunkene Engländer wollten sich Zutritt verschaffen, um dort ebenfalls zu essen. Der Wirt wollt sie aber nicht reinlassen, weil, wie sich herausstellte, eben jene Damen und Herren am Vortag erst dagewesen waren und, wieder betrunken, randaliert haben, hißt Flaschen und Gläser zerbrochen etc. Die Engländer wollten aber nicht gehen, und so kam es zu einer Meinungsverschiedenheit, die fast im Handgemenge geendet wäre, wenn die Engländer dann nicht doch endlich gegangen wären.

Der Wirt hat dann noch mit anderen Gästen geredet, und wir haben ghört, wie er sich über diese Touristen aufgeregt hat, die glauben, sich mit ihrem Geld alles kaufen zu können. Wir haben dann versucht, extranett zu allen zu sein und sind weitergezoen, in einen Club, wo wir dann auf nette Touristen und auch Einheimische getroffen sind, mit denen wir dann noch bis in die Morgenstunden gefeiert haben. Trotzdem liegt mir das Erlebniss immer noch quer im Magen, weil ich jetzt weiß, gegen was für Stereotypen wir ankämpfen müssen und wie sehr jegliches (Fehl-)Verhalten unsererseits das Bild der Vietnamesen von einem ganzen Kontinent beeinflussen kann.

Heute habe ich es endlich gschafft, mein Moskitonetz aufzuhängen… Ich musste ein bisschen improvisieren, wir haben keine Schnur mehr, also musste ich Zahnseide nehmen… Hält verdammt gut das Zeug…

Nachdem ich gestern, kurz vorm Einschlafen etwas hartes an meinem Rücken gespürt habe, und nach Einschalten des Lichtes bemerkt hab, dass es sich um eine fette Kakerlake handelte, habe ich jetzt beschlossen, jegliches Viehzeug für immer aus meinem Bett zu verbannen!

Und jetzt werde ich mich in eben jenes begeben, da morgen wieder um 6 Uhr der Wecker klingelt.

Peace,

Patrick








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